Code of Conduct

Code of Conduct: Eine Sammlung von Richtlinien und/oder Regelungen, die sich Unternehmen im Rahmen einer freiwilligen Selbstbindung selbst auferlegen. Die im Conduct festgehaltenen Verhaltensanweisungen dienen als (grundlegende) Handlungsorientierung für Mitarbeiter, um erwünschtes Verhalten zu steuern bzw. unerwünschte Handlungen zu vermeiden. Thematisch kann das Regelwerk sehr breit sein und von Korruption über den Umgang mit Kunden bis hin zu Arbeitszeitregelungen reichen. Häufig ist der Code of Conduct oder Verhaltenskodex auch im Rahmen der Corporate Social Responsibility zu finden.

Siehe auch: Verhaltenskodex

Compliance

Compliance bzw. Regeltreue (auch Regelkonformität) ist in der betriebswirtschaftlichen Fachsprache der Begriff für die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, aber auch von freiwilligen Kodizes, in Unternehmen. Die Gesamtheit der Grundsätze und Maßnahmen eines Unternehmens zur Einhaltung bestimmter Regeln und damit zur Vermeidung von Regelverstößen in einem Unternehmen wird als „Compliance Management System“ bezeichnet (IDW PS 980 Tz.6).

Die weltweit strengsten Anforderungen an konkrete Compliance-Maßnahmen in Unternehmen enthält das britische Anti-Korruptions-Gesetz Bribery Act 2010.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) definiert Compliance als die in der Verantwortung des Vorstands liegende Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien.

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Compliance-Kultur

Als Compliancekultur werden die Grundeinstellungen und Verhaltensweisen, die von der Unternehmensleitung vermittelt werden, bezeichnet („tone from the top“). Die Compliance-Kultur soll allen Unternehmensbeteiligten sowie auch Kunden und Lieferanten des Unternehmens die Bedeutung vermitteln, die das Unternehmen der Beachtung von Regeln beimisst, und damit bei allen Beteiligten die Bereitschaft zu regelkonformem Verhalten fördern. Compliance-Kultur wird häufig als Basis des CMS bezeichnet. Vielfach wird die Compliance-Kultur in besonderen Richtlinien oder Verhaltenskodizes (z. B.: „Mission Statement“ oder „Code of Conduct“) festgehalten und auch im Intranet- oder Internet-Auftritt des Unternehmens veröffentlicht.

Eine wirksame Compliance-Kultur erfordert aber neben solchen „offiziellen“ Kommunikationen vor allen Dingen eine Spiegelung der Grundsätze im tatsächlichen Handeln und Auftreten aller Unternehmensverantwortlichen auf allen Managementebenen. Werte können nur glaubhaft vermittelt werden, wenn diese auch erkennbar von den Vermittelnden selbst gelebt werden.

Konkrete Regeln z. B. zur Vermeidung von Korruption und Kartellabsprachen, dem Einhalten von Vorgaben bezüglich Datenschutz und Gleichbehandlung, der Beachtung von Vorschriften zu Produktsicherheit und Arbeitsschutz, werden manchmal auch als Teil der Compliance-Kultur betrachtet, zählen aber eher zum konkreten Compliance-Programm. Gleiches gilt für Regelstrukturen wie z. B. Hotlines (Whistleblowing Hotline), die unternehmensintern oder bei externen Ansprechpartnern eingerichtet sind, und bei denen Regelverstöße gemeldet werden können.

Corporate Governance

Während sich Ökonomen bei der Suche nach der optimalen Struktur der Governance auf das Verhalten der Manager konzentriert haben, zeigen Hambrick, v. Werder et al., dass diese Perspektive bei der Erforschung der Corporate Governance wichtige Bereiche außer Acht lässt. Von einem verhaltenswissenschaftlichen Standpunkt aus ergeben sich im Bereich Corporate Governance entscheidende Fragen zu Macht und dem Einsatz von Macht im Unternehmen.

Diese Forderung wird auch von den Vereinten Nationen unterstützt. Auf staatenübergreifender Ebene sei hier auf den United Nations Global Compact verwiesen werden, welcher zehn generelle Grundsätze im Hinblick auf Menschen-rechte, Arbeit, Umwelt und Korruptionsbekämpfung aufgestellt hat und damit einen Vertrag den Vereinten Nationen und einzelnen Unternehmen bzw. Organisationen begründet. Denn auf internationaler Ebene gilt es unterschiedliche nationale Regel-werke und internationale Standards über Governance-Strukturen mit Compliance-Aktivitäten in Einklang zu bringen.

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Tone at the Top

oder auch „Tone from the Top“ meint das Verhalten und die Äußerungen der Geschäftsleitung, des Vorstands oder der Top-Führungskräfte. Ihre öffentliche Positionierung zu integerem Verhalten, ihre Kommunikation persönlicher und schriftlicher Art sowie ihr Verhalten im Geschäftsalltag sind entscheidend für die Bildung einer Compliance-Kultur im Unternehmen. Die Top-Führungskräfte sind dabei Rolemodels und Vorbilder.